Gemüseanbau im Garten: Beetauswahl und Anbauplan

Meine Oma hatte keinen grünen Daumen, alles was sie anbaute waren Dosentomaten. In dem Projekt GemüseAckerdemie, welches dieses Jahr in der Grundschule meiner Tochter startete, habe ich binnen weniger Stunden mehr über den Gemüseanbau gelernt, als im gesamten Leben davor. Während es  in meinem März-Blog viel um die Theorie hinter der Selbstversorgung ging, möchte ich diesen Monat das neu erlernte Wissen über die Herstellung der Beete und den Anbau von Gemüse mit dir teilen. Mein Ziel: dir den Einstieg in den eigenen Gemüsegarten so einfach und erfolgreich wie möglich zu machen!

Die Beetbauweise: Hoher Ertrag auf kleiner Fläche

Während die konventionelle Landwirtschaft riesige ebene Flächen bewirtschaftet, lohnt es sich im Privatbereich auf eine Beetform zu setzen, die sich einfach per Hand pflegen lässt und die Bedürfnisse der einzelnen Pflanzen berücksichtigt. Hier kommen die drei wichtigsten Formate und ihre Vorteile 1.

  1. Hochbeet
  • Ideal für Gartenbesitzer mit freilaufenden Tieren 
  • Dank der Höhe erfolgt die Bearbeitung im Stehen
  • Kann auch auf versiegelten Flächen stehen und ist deshalb für die Stadt besonders wertvoll
  1. Hügelbeet 
  • Durch die Hügelform vergrößert sich die Anbaufläche um ca. 1/3
  • Die größere Oberfläche und erhöhte Lage führen zur schnellen Bodenerwärmung
  • Dank leichter Erhöhung ist auch hier die Bearbeitung rückenschonender
  1. Geschützter Anbau (Flachfolie, Vlies, Gewächshaus, Folientunnel)
  • Verlängert das Erntejahr und sichert so mehr Erträge
  • Unabhängigkeit von klimatischen Bedingungen 

Ein Beet entsteht: Darf’s auch etwas hügeliger sein?

Hügelbeet im Permakulturgarten
Hügelbeete windgeschützt zwischen Benjeshecken

Die Kosten, die für den Kauf von Folien oder Gewächshäusern anfallen sind nicht unerheblich. Auch für den Bau eines Hochbeets braucht man Holz und eine kleine Liste weiterer Materialien. Ein Hügelbeet hingegen lässt sich ganz einfach aus Heckenschnitt, Grassoden, Laub, Rohkompost und Gartenerde herstellen. #noshoppingneeded

Du benötigst eine unkrautfreie Fläche in sonniger, leicht beschatteter Lage (z.B. schräg unterhalb eines Laubbaums). Bevor du einfach loslegst, empfehle ich dir mit Stöckern und Schnüren die genauen Maße deiner neuen Beete abzustecken. Zwischen den Beeten (80cm) benötigst du immer einen schmalen Weg (40cm) von denen aus du dann die Beete bearbeiten kannst. Um die Hügel herzustellen scharrst du mit einer Harke aus den jeweils anliegenden Wegen die Erde hervor und häufelst sie in den Bereichen der Beete auf. 

Die Pflanzen: Klein aber oho!

Aussaat Samen
Aussaat erster Gemüsesaamen in Reihen

Nun kannst du mit dem Anlegen der Saat- bzw. Pflanzenreihen beginnen. Mit Hilfe deiner Harke kennzeichnest du pro Beet zwei bis drei nebeneinanderliegende Reihen. Du kannst mit Samen, Jungpflanzen oder einer Mischung aus beidem starten.  

Die Samen dürfen 2-3 mal so tief in die Erde wie sie lang sind und werden anschließend mit Erde bedeckt. Lichtkeimer (z.B. Kresse) benötigen den Lichtreiz, um keimen zu können. Diese legst du nur auf die Erde, ohne sie zu bedecken. Für Jungpflanzen stellst du Pflanzlöcher her, die du mit Wasser auffüllst. Nachdem die Pflanzen im Boden sind, drückst du sie leicht an, füllst das Loch und lehnst dich zurück. Nicht alle mögen’s feucht! Samen müssen feucht (nicht nass) gehalten werden, für das Gedeihen der Jungpflanzen reicht im Frühjahr meist der Regen von oben. 

Die Mischung macht’s: Gute & schlechte Partner

Es gibt Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen #mischkultur und Pflanzen, die sich gar nicht mögen. Da ich es immer sehr schwierig fand, meine eigenen Pflanzkombinationen zu entwickeln, möchte ich meine drei Favoriten von der GemüseAckerdemie mit dir teilen. 

Kartoffel-Feldsalat-Beet

Außenreihen: Feldsalat pflanzen oder aussäen Mittlere Reihe: Kartoffeln in eine ca. 30cm breite und tiefe Furche legen und leicht bedecken (später anhäufeln)

Zwiebel-Möhren-Beet

Außenreihen: Steckzwiebeln stecken oder Frühlingszwiebeln setzen (handbreiter Abstand, Pflanzlöcher nicht wässern), dazwischen Schwarzwurzel-Samen legen  Mittlere Reihe: Möhren + Radieschen vermengen und lustig aussäen

Kohlrabi-Romansalat-Beet

Außenreihen: Jungpflanzen von Kohlrabi und Bete im Wechsel (Gartenkelle Abstand) Mittlere Reihe: Romansalat (Gartenkelle Abstand)

In den nächsten Wochen solltest etwaige Wildkräuter immer sofort entfernen. Sie sind anfangs stärker als dein Gemüse und entziehen ihm wichtige Nährstoffe. Praktisch: die Wildkräuter kannst du ohne Bedenken auf deinem mit Mulch bedeckten Gehweg entsorgen. Sie verrotten dort und werden wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. 

Ich wünsche dir gutes Gelingen!

Deine erdhummel.

(1) E. Körner, R. Zaugg (2021), Nutzgarten, GAR12, ILS Fernstudiumzentrum Hamburg

Eine Blumenwiese anlegen: Anleitung & Tipps zur Pflege

Hätten wir nicht alle gerne eine eigene Blumenwiese im Garten. Eine Blumenwiese die schön anzusehen ist und in der unzählige Insekten Nahrung und Unterschlupf finden? Quasi unsere ganz persönliche „Artenretterwiese“? Im folgenden Blogbeiträg erfährst du, wie du Schritt für Schritt zu deiner Wiese kommst.

Den vielleicht wichtigsten Tipp noch kurz vorab: erwarte im ersten Jahr nicht zu viel von deiner Wiese. Sie benötigt anfangs etwas Unterstützung und Zeit, um sich auf ihrer neuen Fläche zu etablieren.

1. Möglichkeit: eine bestehende Rasenfläche umwandeln

Dies ist der weniger aufwendige, aber auch weniger erfolgsversprechende Weg zur Blumenwiese. 

Zunächst reduzierst du Pflegemaßnahmen am Rasen, wie düngen, wässern und mähen. Denn während Gräser auf nährstoffreichem Boden gedeihen, benötigen Wildkräuter nährstoffarmen Untergrund. Ziel ist es also den Rasen zu schwächen. War dies erfolgreich, darf er gemäht und vertikutiert werden. Rasenschnitt enthält viele Nährstoffe, weshalb du ihn auf keinen Fall auf dem Rasen liegen lassen solltest. Stattdessen kannst du ihn kurz trocknen und als Mulchmaterial auf deinen Beeten verteilen. 

Nach dem Vertikutieren säst du die passende Wiesenblumenmischung in den Rasen und hältst die Fläche so lange feucht, bis sich die neuen Pflänzchen akklimatisiert haben. Da Rasen im Gegensatz zu Wildblumen sehr durchsetzungsstark ist, kann es bei dieser Variante ein paar Jahre dauern, bis die Blumenwiese optisch deinen Vorstellungen entspricht.
 

2. Möglichkeit: eine nackte Fläche umwandeln

Zunächst wählst du eine Fläche in sonniger Lage aus, die einen mageren, durchlässigen Boden hat. Im Idealfall ist diese Fläche 16qm groß, sie darf aber auch kleiner sein. Handelt es sich bei dieser Fläche um eine Rasenfläche, musst du diese nun komplett von der Grasnarbe befreien. Wenn du eine bereits nackte Fläche vorliegen hast, ist es nur ratsam den nährstoffreichen Oberboden leicht abzutragen. Statt in der Tonne landet er natürlich auf deinen Pflanzbeeten.

Nun lockerst du Boden auf und entfernst unerwünschte Wildkräuter. Das macht es den zarten Wildblumen anfangs leichter sich durchzusetzen. Für den Fall, dass der Boden sehr reichhaltig ist, empfiehlt es sich zusätzlich Sand einzuarbeiten. Alternativ kannst du auch auf stark zehrende Pflanzen wie Raps, Sonnenblumen oder Ackersenf zurückgreifen und diese mit aussäen. Ähnlich wie beim Rasen, darf die Wiesenblumenmischung breitwürdig auf der Fläche ausgesät werden. Nach Fertigstellung sollte die Fläche wieder so lange feucht gehalten werden, bis die neuen Pflänzchen gut sichtbar sind (ca. 2 Wochen). 

Wähle eine Wiesenmischung, die zu deinem Standort passt

Es gibt unzählige Blumenmischungen. Auf den Tütchen sieht man oft „farbenfrohe Blütenteppiche“ voll von Kornblumen, Konraden, Ackerwinden und Klatschmohn. Dies sind allesamt einjährige Ackerwildkräuter und sollten nicht den überwiegenden Anteil der Saatmischung bilden. Typische Wiesenpflanzen sind mehrjährig und nicht auf regelmäßiges Pflügen bzw. offene Böden angewiesen. Es gibt für jeden Bodentyp die passende Mischung. Eine einfache Bodenuntersuchung per Hand kann dir bereits Aufschluss geben. 

Quelle: ILS Hamburg GAR11 Tabelle 4.1. S. 49 „prägende Standortfaktoren“

Mitglieder des Vereins Naturgarten e.V. erhalten kostenlos Wildpflanzensamen. Der Verein stellt zudem Adressen von geprüften Wildpflanzensamen zur Verfügung.

Im ersten Jahr sind die richtigen Schnittzeitpunkte entscheidend

Im ersten Jahr erfolgt der Schnitt der neu angelegten Wiese 6-8 Wochen nach dem Keimen der ersten Pflanzen. Die Wiese wird auf 4cm runtergekürzt. Sind die Pflanzen erneut auf 10cm herangewachsen, darf ein zweites Mal gekürzt werden. Diese frühen Schnittmaßnahmen hemmen die Entwicklung der wuchsfreudigen Pflanzen in der Samenmischung und schützen die langsameren Arten vor Beschattung und Verdrängung. Im Hochsommer, wenn die meisten Pflanzen verblüht sind, wird erneut geschnitten.

Zur Reinigung der Fläche kann im Herbst ein letztes Mal geschnitten werden. 

Ab dem zweiten Jahr benötigt die Wiese maximal zwei Schnitte pro Jahr: im Juni/Juli und September/Oktober. Die Pflanzen werden weniger stark, auf eine Länge von 8-15 cm gekürzt. 

Am Ende siegt Vielfalt über Größe

Wenn du keine Lust hast, allzu viel Arbeit in das Anlegen einer Blumenwiese zu stecken, kannst du auch kleine Flächen renaturieren. Dafür sparst du diesen Sommer kleine Bereiche deiner Rasenflächen beim Mähen aus. Mit der Zeit entstehen dort fast wie von selbst kleine Blumeninseln. Oder andersherum: statt große Flächen zu mähen, kannst du auch nur 1-2m breite Wege in den Rasen hineinmähen.

Im Gegensatz zu immergleichen grünen Rasenflächen, stellt eine Blumenwiese eine wichtige ökologische Nische dar. Es ist wahrscheinlich, dass deine Wiese wegen des vermehrten Rückschnitts im ersten Jahr noch wenig attraktiv wirkt. Ab dem zweiten Jahr allerdings wird sie dann pflegeärmer und blühfreudiger.

Deine erdhummel.

Quelle: E. Körner, R. Zaugg (2021), Flächenbegrünung, GAR11, ILS Fernstudiumzentrum Hamburg

Tipps für einen erfolgreichen Start in den eigenen Gemüsegarten

Hast du auch schon mal darüber nachgedacht, wie schön es wäre unabhängiger zu leben und zum Einkaufen einfach in den Garten gehen zu können? Der Gedanke sich selbst zu versorgen, hat für viele Menschen etwas Befreiendes. So befreiend, dass man den Aufwand dahinter am liebsten erstmal verdrängen würde. Angefangen bei der Vorbereitung der Beete und dem Vorziehen von Samen im Frühjahr, über das Wässern der Schützlinge im Sommer, bis hin zum Ernten und Haltbarmachen der Erzeugnisse ab dem Spätsommer, macht Selbstversorgung neben viel Spaß natürlich auch Arbeit. 

Aber man muss ja auch nicht immer gleich mit dem vollen Programm starten. Mit ein bis zwei Hochbeeten, verschiedenen Pflanztöpfen und Obststräuchern, kann man seine Küche bereits super „pimpen“. Egal ob du gleich mit mehreren Gemüsebeeten starten möchtest oder beschlossen hast, den Fokus erstmal auf den Anbau von Gemüse auf deinem Balkon zu legen – es lohnt, wenn du dich mit den grundlegenden Fragen bereits vor der ersten Aussat beschäftigst.

Platz – genügend & passend

pumpkin_plant
Kürbisse lieben einen schattigen Standort, wie den Kompost.

Um eine vierköpfige Familie komplett selbst zu versorgen, braucht man 150-200 Quadratmeter Nutzfläche. Wenn du klein anfangen möchtest, genügen wie gesagt auch ein bis zwei Hochbeete und Pflanztöpfe. Der Standort der Beete ist entscheidend. Sonne wirkt sich günstig auf ein gesundes Wachstum und die Ausbildung von Aroma- und Inhaltsstoffen aus. Dein Gemüse sollte mindestens 6 Stunden pro Tag in der Sonne liegen. Wärmeliebendes Gemüse wie Tomaten benötigen noch dazu einen geschützten Standort. Sie fühlen sich vor Hauswänden und in Gewächshäusern am wohlsten. 

Versorgung – DIY & nachhaltig

Ein gesundes Beet steht auf einem gesunden Boden. Besser als plastikverpackte Erde im Baumarkt zu kaufen, ist die Anlage eines eigenen Komposts. Dank ihm kannst du alles, was du deinem Garten entnommen hast, in wertvolle Erde verwandeln und für deine Beete nutzen. Tipps zur Entsorgung deiner Küchenabfälle auf dem eigenen Kompost, gibt’s auch in meinem Blog „Der Kompost: Paradebeispiel der Kreislaufwirtschaft“. 

Im Rahmen der Photosynthese benötigen deine Pflanzen neben Licht und Nährstoffen auch Wasser. Leitungswasser ist teuer, denn es wird mit viel Energieaufwand trinkfertig aufbereitet werden. Nachhaltiger ist es, Regenwasser selbst aufzufangen. Dafür kannst du deine Regenrinnen so umfunktionieren, dass Teile des Regenwassers in eine Regentonne ablaufen. Damit es nicht überläuft, gibt es im Handel mittlerweile auch entsprechende Überlaufschutzsysteme. 

Pflanzenwahl – regional & saisonal

Statt mit Exoten zu starten, überlege zunächst welche Obst- und Gemüsesorten in deiner Region wachsen. Die Erfolgschancen auf eine reiche Ernte sind höher, wenn die Sorten gegen unsere Schädlinge gewappnet und an die vorherrschenden klimatischen Bedingungen gewohnt sind. Apropos regional. Saatgut mit Nachbarn zu tauschen, ist eine schöne Gelegenheit mal wieder ins Gespräch zu kommen. Wir alle sind doch nach dem langen Winter dankbar, uns mit Gleichgesinnten über schöne Themen auszutauschen, die uns noch dazu die Finger jucken lassen.

Pflege – natürlich & in Maßen

Nacktschnecken können zur Plage werden, wenn der natürliche Feind fehlt.

Nach dem Motto „what goes around comes around“ kommt alles was wir in die Natur hineingeben, auch irgendwann wieder zu uns zurück. Pestizide und chemische Dünger gehören in keinen Garten. Denn Käfer und Schnecken gehören in die Tierwelt, wie Rotkehlchen und Igel. Ohne die Einen, gäbe es auch nicht die Anderen. Nimmt eine Population Überhand, müssen wir die Ursache für das Ungleichgewicht herausfinden. Standort, Nachbar und Pflege sind entscheidend für das gute Gedeihen der Pflanzen. Immer mehr Selbstversorger gehen deshalb wieder verstärkt Richtung Mischkultur, die den Einsatz von Chemikalien unnötig macht. Auf den Seiten des NABU findest du erste schöne Ideen, wie du deine Gemüsebeete nach dem Prinzip der Mischkultur anlegen kannst und was es bei der sogenannten Fruchtfolge zu beachten gibt.

Das hört sich jetzt erstmal viel an, aber ich sage immer „Einfach erstmal anfangen, auch wenn es kleine Schritte sind“. 

Das Gefühl, das dich beim Reinbeißen in deine eigene erste Möhre überkommen wird, entschädigt dann ohnehin alle Mühe. 

Deine erdhummel.

Pflanzenrückschnitt leicht gemacht

Für den Rückschnitt der eigenen Pflanzen braucht man schon ein bisschen Mumm. Früher lief das bei mir so ab: Ein entschlossener Griff zur Schere, gefolgt von einem beherzten ersten Schnitt und es dauerte nicht lange, da lagen 2/3 meiner Pflanzen zu Haufen aufgetürmt neben den Beeten. Ups. In den letzten Jahren habe ich viele Bücher gelesen, off- und online Seminare absolviert und dieses Wissen Schritt für Schritt in die Praxis umgesetzt. Dennoch bleiben 3 Fragen zum Pflanzenrückschnitt, die mir durch den Kopf schießen, wenn ich wieder vor einem neuen „Pflanzenopfer“ stehe.

1. Woran erkenne ich, dass eine Pflanze beschnitten werden muss?

Hartriegel vor und nach dem Rückschnitt im Vergelich
Ein Hartriegel in meinem Garten vor und nach dem jährlichen Rückschnitt

Ein Rückschnitt hilft immer dann, wenn eine Pflanze an Blühfreudigkeit und Leuchtkraft verloren hat oder sie verwahrlost, überaltert, (frost)geschädigt oder zu groß ist.

Tote, kranke, wilde oder nach innen wachsende Triebe solltest du am besten immer zeitnah entfernen. Diese hemmen das gesunde Wachstum der Pflanze und begünstigen die Ausbreitung von Krankheitserregern.
 

2. Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Rückschnitt?

Der beste Zeitraum für den Einsatz deiner Schere liegt zwischen Anfang Oktober und Ende Februar (s. Bundesnaturschutzgesetzt). Ob du deine Pflanzen im Sommer oder Winter schneidest, hängt von der Pflanzenart ab (google it) und davon, was du mit dem Schnitt bezwecken möchtest. Ein Sommerschnitt bremst das Wachstum, sorgt aber für eine bessere Wundheilung. Der Winterschnitt fördert das Wachstum und gibt der Pflanze mehr Zeit zur Regeneration, bevor sie wieder Energie in den Neuaustrieb stecken muss. Unabhängig davon, empfehle ich den Rückschnitt wenn möglich immer aufs Frühjahr zu legen, damit Gartentiere im Winter genügend Rückzugsmöglichkeiten und Nahrungsangebot finden.

Lass uns die Pflanzen in a/b/c Kategorien teilen, innerhalb derer der Rückschnitt sich meist sehr ähnelt.

a. Bäume

Bäume werden unmittelbar nach dem Einpflanzen beschnitten. Danach benötigen die wenigsten Bäume einen Rückschnitt. Solltest du einen bereits gepflanzte Laubbaum beschneiden wollen, dann eignet sich der Zeitraum kurz vor dem Ende der Winterruhe, wenn die Temperaturen nicht mehr unter 5 Grad fallen. 

b. Ziersträucher

Den idealen Zeitpunkt für den Rückschnitt eines Strauchs, erkennst du an den Blüten.  Sträucher, die ihre Blüten in einem Jahr anlegen, aber erst im nächsten Jahr blühen, beschneidest du auch erst im nächsten Jahr. Sie werden direkt nach der Sommerblüte beschnitten.  Sträucher, die ihre Blüten im Frühjahr anlegen und noch im selben Jahr blühen, bescheidest du im Folgejahr. Hier setzt du die Schere direkt vor der nächsten Blüte an.

c. Stauden

Frühblüher sollten im Herbst, alle anderen erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Am besten kurz bevor oder wenn sie gerade neu austreiben. Die abgetrockneten Triebe über den Wintern stehen zu lassen hat nämlich drei Vorteile: die Pflanze ist besser geschützt, Insekten finden darin ein wichtiges Überwinterungsquartier, ein mit Frost überzogener Staudengarten sieht bezaubernd aus.

3. Welche Pflanze schneide ich wie?

Auch ich schaue immer nochmal nach, bevor ich die Schere zücke. Manchen Pflanzen ginge es heute besser, wenn ich diese drei Dinge beherzigt hätte:

Abb. 1: Korrekt beschnitten, zu nah am Stamm, Kleiderhaken (von links nach rechts)
  • Formhecken benötigen einen regelmäßigen, Wildhecken einen mäßigen Schnitt
  • Immergrüne Laubhecken schneidet man von Anfang an
  • Beim Schneiden keine Kleiderhaken stehen lassen (Abb. 1)

a. Bäume

Nach dem Pflanzen bekommen junge Bäume einen Erziehungsschnitt, bei dem die Seitentriebe um 1/3 eingekürzt werden. „Wildlinge“, die unterhalb der Krone an veredelten Baumarten wachsen, schneidet man direkt am Stamm ab.

Ein sauberer Asstschnitt erfolgt direkt an der Knospe
Abb. 2: Ein Ast sollte sauber und dicht an der Knospe beschnitten werden

b. Ziersträucher

Der Erhaltungsschnitt: wird angewandt, um den arttypischen, natürlichen Wuchs einer Pflanze zu fördern und ihre Blühfreudigkeit und Gesundheit zu unterstützen. Hier gilt das Weniger-Ist-Mehr-Prinzip: nicht zu viele Triebe & Triebspitzen abschneiden, da die Pflanze sonst dazu neigt an den Schnittstellen besenähnlich auszutreiben.
Der Verjüngungsschnitt: dicke und verzweigte Triebe werden entfernt. Alte oder sehr lichte Pflanzen (z.B. meine Glanzmispelhecke) können auch radikal bis ins alte Holz (10-30cm über den Boden) zurückgeschnitten werden.

Wichtig ist, dass du die Schere dicht an der Knospe ansetzt. Bleibt ein Stumpf stehen, kann es schnell passieren, dass dieser absterbende Teil zu einem Herd für Krankheiten wird (Abb. 2).

Manche Gehölze schneidet man gar nicht. Eine kleine, feine Übersicht habe ich bei Freudengarten gefunden.

c. Stauden

Die verblühten Stauden werden auf ca. 10 Zentimeter über dem Boden abgeschnitten.

Et voilà, fertig!

Deine erdhummel.

Quelle: E. Körner, R. Zaugg (2021), Kulturmaßnahmen und Schnitt von Ziergehölzen, GAR10, ILS Fernstudiumzentrum Hamburg

Mein erstes Jahr als erdhummel

Halleluja! Ein Jahr „erdhummel“. In Kurz sah das ungefähr so aus: losgeflogen – DIY-Projekte – neue Beete und Blumen – Freude – Beginn Studium Gartengestaltung – viel Lernen – byebye Umweltfrust – lange ToDo-Listen – hallo Alltagsfrust – Bruchlandung – Wanderung – neue Freunde – Krone richten – ankommen – Ruhe finden.  Es ist viel passiert in diesem ersten Jahr. Im Folgenden berichte ich dir von meinen wichtigsten Learnings über den Naturgarten und wie es mir gelang meine Krone wieder zu richten. 

1. Der Naturgarten braucht Zeit & bedachte Pflege

Die kränkelnde Eibenhecke in meinem Garten

Die Naturgärten in meinen Gartenbüchern sind immer unglaublich bunt & grün. Meine neu angelegten Blumenwiesen hingegen fand ich dieses Jahr ehrlich gesagt noch ziemlich mickrig. Manche Stauden haben kaum bis gar nicht geblüht. Die Eibenhecke wächst nicht mehr und sieht alles andere als gesund aus: von Orange bis Braun ist alles dabei.

Seitdem ich mich für einen Naturgarten entschieden habe, verlangt dieser mir viel Geduld ab. Ich musste mich zügeln, beim Anblick meiner kränkelnden Hecke nicht zum Spaten zu greifen. Als ich mich vor geraumer Zeit bewusst #gegenwegwerfen entschied, hatte ich keine Ahnung wie umfangreich dieses Konzept ist. Aber da muss ich jetzt wohl durch. Meine neue Taktik: die „Misere“ erstmal beobachten und parallel nach der Ursache forschen. Denn selbst wenn ich die Hecke im Frühjahr einfach durch eine neue ersetzen würde, bestünde die Gefahr, dass die Neupflanzung ebenfalls erkrankt. 

Abzuwarten fällt mir auch in anderen Bereichen schwer. Während ich Gehölze früher einfach „frei Schnauze“ zurückgeschnitten habe, achte ich heute mehr auf die Bedürfnisse der Pflanze. Denn wie bei uns Menschen, ist jede Pflanze ein Individuum. Hier meine wichtigsten Naturgarten-Learnings im Überblick:

Achtsamer Rückschnitt

  • Nicht alle Pflanzen mögen einen Rückschnitt (Rosen vs. Felsenbirne); am besten vorab informieren
  • Sommerschnitt bremst das Wachstum, Winterschnitt fördert es
  • Immergrüne Laubhecken von Anfang an schneiden

Bedachte Neupflanzungen

  • Durch zunehmende Trockenheit, eignet sich der Herbst für Neupflanzungen meist besser als der Frühling
  • Da Rindenmulch dem Boden Stickstoff entzieht, eignet sich Rasenschnitt als Bodendecker noch besser
  • Unkrautvlies macht es dem Wasser schwer, zum Boden durchzudringen; lieber auf organisches Material setzen

Schonung von Ressourcen

  • Ein Garten braucht selten Wasser, dafür ausgiebig; eine Gießkanne hilft beim besseren Einschätzen von Mengen
  • Teilen macht Freu(n)de: eigene Pflanzen teilen & verschenken; Ableger vom Nachbarn sparen Geld & sorgen für ein harmonisches Nachbarschaftsbild
  • Gute Vorbereitung ist alles: egal ob bei der Anlage eines neuen Beets oder der Umsetzung eines DIY-Projekts – überlege dir im Vorfeld wo das Produkt Platz hat. Welche Materialen benötigst du und wo könntest du diese herbekommen? Wenn du etwas kaufst, setze auf Qualität damit es von Dauer ist und dich mit Stolz erfüllt.

2. Der Naturgarten als Spiegel meiner Selbst

Meine Ankunft in Galizien, ein Meilenstein auf dem Jakobsweg

Als ich damals beschloss etwas gegen meinen Umweltfrust zu tun, war das vor allem eine Kopfentscheidung. Ich wusste, heulen hilft nicht. Gleichzeitig fühlte ich, dass es Zeit braucht. Aber ICH war immernoch ICH. Typisch ICH, krempelte ich also mein Leben „auf Links“, legte sofort los und war enttäuscht, als nicht jeder mit der selben Begeisterung mitzog. Gleichzeitig musste ich mir eingestehen, dass mein Garten zwar auf dem Plan immer mehr zum Naturgarten wurde. In Wirklichkeit stellten sich die natürliche Kreisläufe aber nicht sofort wieder her. Im Sommer drohten dann meine Ideen & Hoffnungen schließlich über mir zusammenzubrechen. Da war er, mein persönlicher Tiefpunkt 2021.

Was half, war Zeit zum Nachdenken. Ich musste herausfinden, wie  mein Leben aussehen soll. Was war mir wichtig? Was brauchte ich wirklich? Meine Wanderung auf dem Jakobsweg zwang mich, diese Fragen zu beantworten. Bepackt mit dem Nötigsten wanderte ich 320km durch das schöne Spanien. Es kostete mich viel Schweiß und Tränen, bis ich begriff wie wenig ich brauche, um glücklich zu sein. Ich beschloss, mein altes Berufsleben völlig abzustreifen und meinen Fokus einzig auf meine Familie und erdhummel zu richten.

3. Naturgarten & erdhummel im 2. Jahr

Das Weniger-Ist-Mehr-Prinzip wird sich zukünftig nicht nur verstärkt in meinem Leben, sondern natürlich auch in meinem Garten widerspiegeln. Eine Umfrage auf Instagram hat mich darin bestätigt, auch im zweiten Jahr wieder Themen rund um Pflanzenpflege und Pflanzenwahl aufzugreifen. Im Sinne der Nachhaltigkeit, gehe ich wieder auf die Suche nach coolen DIY-Ideen, die du easy nachmachen kannst. Beim Gemüseanbau stehe ich selbst noch am Anfang. All meine Learnings in diesem Bereich werde ich mit dir auf Instagram teilen und freue mich schon auf den Austausch.

Mein erstes großes Projekt mit dem erdhummel-Team in Berlin Kreuzberg

Damals im Sommer fühlte sich alles zu viel an. Aber wer sagt, dass man alles alleine machen muss? Mein Ziel ist es, das erdhummel-Team zu vergrößern und kompetente, langfristige Partner zu finden, die mich bei meiner Arbeit unterstützen wollen.  Als Projektmanagerin glaube ich an eine gute Planung. Um sich darin aber nicht zu verlieren, ist es auch wichtig im Hier & Jetzt zu sein. Dafür setzt man am besten einen Fuß vor den anderen. Dann geschieht nämlich das, was eine Freundin auf dem Jakobsweg schon feststellte:

„One thing I’ve learned is, that you can go anywhere you want. You just have to set one foot in front of another.“

Deine erdhummel.

Die Vorteile von Frost für uns und unseren Garten

Mit dem Winter kommt die Kälte und die Zeit für den Zwiebellook. Schicht für Schicht pelle ich mich morgens an und abends wieder aus. Da frage ich mich, wofür brauchen wir den Winter eigentlich? Wie ginge es unserem Garten, wenn die vierte Jahreszeit der globalen Erwärmung zum Opfer fiele? Was bringt der Frost, ausser triefende Nasen und nichtendenden Matsch? Sorgt langanhaltende Kälte wirklich für kleinere Mückenpopulationen im Sommer? Hier kommen 5 Vorteile von Frost, die Kältemuffeln zu einer neuen Sichtweise auf den Winter verhelfen können.

1. Frost als Hinweis für die vier Jahreszeiten

Für mich schwer nachzuempfinden, aber manche Pflanzen sind auf frostige Temperaturen angewiesen. Sogenannte Frostkeimer, wie die Narzisse treiben nämlich erst nach der Stratifizierung aus. Strati…WAS?

Laut Gartendialog, ist die Stratifizierung die Unterbrechung der Keimhemmung. Solange der Boden gefroren ist, kann die Blume nicht sprießen. Taut dieser allerdings auf Grund von Temperaturschwankungen zu früh auf, kommt es zur Stratifizierung und die Narzisse beginnt vorzeitig zu sprießen. Bodenfrost dient der Narzisse als Orientierung für die Jahreszeiten und sichert ihre Chancen auf eine gesunde Entwicklung.

2. Frost hilft gegen Langeweile

Schlittenfahren mit Kindern ist gut gegen Langeweile

Die Tage im Winter sind dunkel und manchmal sehr lang. Eine Partie Schlittschuh oder eine Schlittenfahrt sind da eine willkommene Abwechslung. Wie gerne erinnere ich mich an verschneite Tage in meiner Kindheit, heißen Kinderpunsch und halberfrorene Füße am Ofen. Es kostet ein wenig Überwindung, aber das Gefühl danach ist sehr befreiend.

3. Frost schenkt Schlaf

Steigt das Thermometer im Winter für eine Woche auf über acht Grad, beginnt die Natur aus dem Winterschlaf zu erwachen. Insekten verlassen ihre Behausungen, Igel erwachen aus dem Winterschlaf und Wildtiere beginnen mit der Fortpflanzung. Bäume und Pflanzen beenden die Saftruhe und beginnen teilweise früher an zu blühen. Allerdings nur teilweise. Das hat zur Folge, dass nicht ausreichend Nahrung für alle Insekten verfügbar ist. Kritisch wird es vor allem, wenn die frühlingshaften Temperaturen von einem plötzlichen Kälteeinbruch abgelöst werden. Die noch schwachen Tiere unterkühlen und erfrieren im schlimmsten Fall.

4. Frost sorgt für guten Geschmack

Egal ob dein Gemüse aus dem eigenen Garten oder dem Supermarkt kommt, es soll schmecken. Und dabei hilft Frost. Denn tatsächlich gedeihen einige bekannte Gemüsesorten bei winterlichen Temperaturen besser. Je länger Grünkohl und Pastinake Frost ausgesetzt sind, desto milder und süßlicher schmecken sie.

Neben der geschmacklichen Komponente, ist Frost auch für das Wachstum bestimmter Pflanzen wichtig. Die Wintergerste ist das erste Getreide, das Ende Juli gedroschen werden kann. Erfahrene Bauern wissen: Nur wenn das Getreide einem Kälteanreiz ausgesetzt ist, erreicht es im Frühjahr die nötige Wuchshöhe.1

5. Frost macht den Boden gar

Hast du dich schon mal gefragt, weshalb Bauern ihre Felder umgraben? Frostgare, also das Gefrieren und Auftauen das Bodens, sorgt für einen lockeren, krümeligen und aufnahmefähigeren Ackerboden.2 Allerdings empfiehlt der Gartenratgeber ein tieferes Umgraben im eigenen Garten vornehmlich bei schweren Böden in Gemüsebeeten. Sandige Böden sollten maximal gelüftet werden. Dafür in die Erde stechen und sie ein Stück anheben, sprich die Schichten nicht miteinander vermengen. Um ein Auswaschen des Bodens über den Winter zu vermeiden, gehen auch immer mehr Landwirte dazu über, nach dem Umgraben Gründünger zu säen und den Boden zu mulchen. 

Und hilft Frost nun gegen Mücken? Leider nein. Laut der Deutschen Wildtierstiftung verfallen Mücken im Winter in Froststarre und produzieren eine Art Frostschutzmittel, das ihr Überleben sichert. Ein kalter Winter mit Schnee sorgt sogar eher für mehr Mücken, da die vielen Kleingewässer im Frühling ideale Brutstätten für die Quälgeister darstellen. Für unsere Pflanzen und Gartentiere hingegen ist der Frost wichtig, da er als Bestandteil eines kalten Winters den Jahresrythmus anzeigt.

Ich persönlich werde dieses Jahr die kalten Tage als Anlass nutzen, öfter mal die Füße hochzulegen und versuchen die Hektik der letzten Monate hinter mir zu lassen. Machst du mit?

Deine erdhummel.

(1) https://www.merkur.de/lokales/weilheim/wielenbach-ort377061/ohne-frost-waechst-sie-nicht-91092760.html

(2) http://www.mein-garten-ratgeber.de/begriffe-erklaerungen-details/frostgare.html

Gartentiere auf den Winter vorbereiten

Einfache Tipps, wie du Spitzmaus, Igel & Co. beim Überwintern helfen kannst.

Auch wenn es immer weniger summt und brummt, noch ist der Winter nicht da. In den Berliner Gärten stehen die Kapuzinerkresse und Buschrose in voller Blüte. Über die Wiese meiner Bekannten läuft seit Tagen ein Igel umher, immernoch auf der Suche nach einem geeigneten Winterquartier. Während sich der Herbst von seiner schönsten Seite zeigt, können wir jetzt noch eins tun: Wildtiere in unseren Garten einladen. Man nehme leere Gefäße (Shopping nicht zwingend nötig), eine Harke (statt Laubbläser) und eine Gartenschere (statt elektrischer Heckenschere).

1. Artgerechte Nahrung anbieten

Die erdhummel beim Aufhängen eines Futterhauses für Gartenvögel
Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um im Garten Futterstellen einzurichten

Ist es nicht zuckersüß, wenn kleine Kinderhände beherzt in prall gefüllte Halloween-Tüten greifen? Aber Liebe geht auch durch den tierischen Magen. Während unsere Vorratsschränke in der dunklen Jahreszeit üppig gefüllt werden, herrscht in den Gärten oft gähnende Leere. Naturgärten ausgeschlossen. Dort gibt es Beerensträucher und Obstbäume an denen 1/3 der Früchte für Tiere hängen bleiben, heimische Heckensträucher, Wildpflanzen und volle Komposthaufen.

In allen anderen Gärten sollte so langsam das Vogelfutter bereitgestellt werden. Besser als auf dem Boden, ist das Vogelfutter in sauberen Gefäßen (z.B. Blumentopf, Untersetzer) oder Futtersilos und Meisenringen aufgehoben. Dort verdirbt oder vereist es nicht so schnell. Da nicht alle Vögel den gleichen Geschmack haben, darf es eine Mischung aus Körnern, Samen, getrockneten Beeren und Trockenobst sein. Langfristig empfehle ich dir, das Futter selbst herzustellen, da die handelsüblichen Mischungen auf Dauer viel Geld kosten. Tolle Rezepte für DIY-Vogelfutter findest du zum Beispiel beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern

Übrigens: Brot ist für Vögel ungesund. Auch Wasservögel sollte man damit nicht füttern, da dies zur Verunreinigung der Gewässer beiträgt.

2. Blätter zu Laubhaufen zusammenharken

Weich gebettet schlafen Käfer eben am besten. Während das Laub in den Beeten liegen bleiben darf, sollte der Rasen weitestgehend davon befreit werden. Statt es aber in Laubsäcke zu füllen und für „teuer Geld“ entsorgen zu lassen, kannst du es in den abgelegenen Ecken deines Gartens anhäufeln. Für Käfer, Regenwürmer und Molche stellen Laubhaufen das ideale Winterquartier dar.

Dein Garten ist so klein, dass du keine abgelegenen Ecken hast und auf Beete ausweichen musst? Keine Sorge. Dank fleißiger Mikroorganismen, wird im Frühjahr kaum noch etwas von dem Haufen zu sehen sein. Reste kannst du dann als Mulchmaterial in Hecke und Beet verteilen. Sowohl der Boden, als auch deine Pflanzen freuen sich über die Nährstoffzugabe.

3. Totholz und Reisig stapeln

Eine Totholzhecke aus Pfählen und abgeschnittenen Zweigen und Ästen
Eine Totholzhecke bietet vielen Gartentieren Schutz vor Kälte und Feinden

Wenn du nun noch abgeschnittene Zweige (#reisig) in die Laubhaufen legst, finden auch Kleintiere wie Käfer, Rauben und Regenwürmer ein Zuhause für die kommenden Monate. Sie schützen die kleinen Freunde vor Kälte und Feinden.

Auch eine Totholzhecke, als Winterquartier für Wildbienen, Igel und Frösche ist schnell angelegt. Einfach ein paar Pfähle parallel zueinander in den Boden stecken, abgeschnittene Äste und Laub dazwischen legen, fertig.1 Der erste Igel kommt bestimmt. Und falls nicht, hat der NABU noch weitere Tipps parat.

Apropos Erdkröte. Wenn du einen Komposthaufen hast, empfiehlt es sich diesen jetzt mit Tannenzweigen zu bedecken. Erdkröten können in dem vergleichsweise warmen Winterquartier dann ungestört in Winterstarre fallen.

Als Dank unterstützen dich deine Gartentiere im neuen Jahr bei der „Schädlingsbekämpfung“. Sie alle sind die natürlichen Feinde von Läusen, Schnecken und Mücken und sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis der Populationen.

Hast du Lust bekommen? Dann raus in den Garten! Aber mach’s besser als ich in den vergangenen Jahren. Statt zwischen Tür und Angel in Hektik zu verfallen und alles gleichzeitig machen zu wollen, nimm dir Zeit und Freunde mit. Denn Gartenarbeit soll vor allem eines machen: Spass!

Deine erdhummel.

(1)https://ethikguide.org/blog/ein-wintergarten-fuer-tiere/

3 Tipps für deinen Naturgarten im Herbst

Wie du Tiere und Pflanzen auf die kalte Jahreszeit vorbereiten kannst.

Herbst ist für mich: nasse Gummistiefel, warmer Tee und windschiefe Kastanienmännchen. Wenn die letzten Brombeeren heranreifen und sich die Blätter vom Wein rot färben, wird es auch in mir ruhiger. Im Garten mache ich dann nur noch Dinge, die mir am Herzen liegen und die allen Gartenbewohnern durch die kalte Jahreszeit helfen.

1. Tipp: Überwinterungshilfen für Tiere schaffen

Ein selbstgebautes Igelhaus
Ein Igelhaus kann man auch leicht selber bauen

Da sich nicht nur Vögel, sondern auch Insekten und Kleinsäuger im Herbst auf die Suche nach einem Platz zum Überwintern begeben, empfiehlt der NABU. Nistkästen für Vögel jetzt schon zu säubern und aufzuhängen. Ein Nistkasten sollte mindestens in zwei Metern Höhe an einem schattigen Platz hängen. Das Einflugloch zeigt idealerweise nach Osten oder Südosten. Wenn du nur einen kleinen Garten mit wenigen Bäumen hast, kannst du das Haus auch an deine Garage oder stabile Rankhilfe hängen. Eins meiner Vogelhäuser hängt sogar an einer Schnur und dreht sich im Wind. Den Blaumeisen scheint das nichts auszumachen, sie nisten jedes Jahr aufs Neue darin. Für die Igel lasse ich in zwei drei ruhigen Gartenecken große Laub- und Reisighaufen liegen. Da die Blätterhaufen aber im Winter immer ziemlich zusammensacken bauen wir dieses Jahr mal ein Igelhaus aus Holz. Dafür ist jetzt übrigens die beste Zeit, da dieses bis spätestens Mitte Oktober stehen sollte. Inspirationen für dieses schöne DIY-Projekt findest du beim Igelzentrum Zürich.

2. Tipp: Leere Stellen im Beet bepflanzen

Nach dem Motto „neues Jahr, neue Blumen“, hat meine Oma traditionell immer im Frühling gepflanzt. Vier Gründe (1) sprechen aber dafür, im Herbst (bis ca. Mitte Oktober) neue Pflanzen in den Boden zu bringen und andere umzusetzen oder zu teilen.

Offen für Ortswechsel

  • Die meisten Pflanzen ziehen sich im Herbst in den Boden zurück, werfen ihr Laub ab und begeben sich in eine Ruhephase. Sie benötigen weniger Energie und tolerieren ein Umsetzen besser.

Warme Bodentemperaturen

  • Im Frühjahr ist der Boden oft noch gefroren, was den Pflanzen ein Anwachsen erschwert. Der warme Herbstboden erleichtert den Pflanzen das Anwurzeln. Vor kalten Wintern und möglichem Temperaturschwankungen im Frühling sind die etablierten Pflanzen einfach besser gewappnet.

Mehr Nass von Oben

  • Der Frühling war in den letzten Jahren sehr trocken. Große Pflanzen wie Gehölze und Bäume konnten oftmals nicht ausreichend Flüssigkeit speichern, um sich auf lange, noch trockenere Sommer vorzubereiten. Die Regenmenge im Herbst ist dagegen stabiler. 

3. Tipp: Stauden und Immergrüne unterstützen

Die überirdischen Teile von Stauden und Gräsern schneide ich erst im Frühjahr zurück. Sie in der kalten Jahreszeit stehen zu lassen hat viele Vorteile:

  • die Wurzeln sind vor Frost geschützt
  • Vögel finden eine verlässliche Futterquelle
  • Insekten können darin überwintern
  • der Garten ist nicht so leer und sieht mit Reif bedeckt wunderschön aus
Die erdhummel beim Blumen gießen
Beim Wässern gilt: selten und dafür länger

Apropos Frost. Bevor es richtig kalt wird, wässere ich meine Hecke und andere immergrüne Sträucher gerne noch einmal ausgiebig. Denn was ich lange Zeit nicht wusste: immergrüne Sträucher sind im Winter eher der Gefahr ausgesetzt zu vertrocknen, als zu erfrieren. Von „Frosttrocknis“ spricht man, wenn Pflanzen an sonnigen Tagen stark Wasser verdunsten, aus dem gefrorenen Boden aber kein Wasser mehr aufnehmen können. Für einen zusätzlichen Verdunstungsschutz, bedecke ich sie mit dem Herbstlaub vom Rasen. Ähnlich halte ich es übrigens auch mit den Stauden. Einzig der Rasen wird von Laub befreit, da dieser auch weiterhin (langsam) wächst. Ein paar Tipps zur Rasenpflege im Herbst findest du im Gartenjournal, einem meiner Lieblingsblogs.

Genau in diesem Moment klettert meine Nachbarin wieder durch ihr Beet und beschneidet fleißig ihre Pflanzen. Sie sieht glücklich aus. Wieso auch nicht – sie hat Zeit, Energie und erfreut sich am Ende des Tages an ihrem ordentlichen Garten. Ob die Vögel und Insekten in unserem Kiez ihr Engagement genauso sehr schätzen? Vielleicht frage ich die Blaumeise, wenn sie das nächste Mal im Apfelbaum vor meinem Fenster landet.

Deine erdhummel.

(1) Manufactum, „Pflanzen Sie Vorfreude – Jetzt schon an den Frühling denken“, S. 51, Manufactum GmbH, Waltrop

Der Boden auf dem dein Garten steht

Vermutlich kennst du das Phänomen, dass sich manche Pflanzen scheinbar über Nacht in deinen Beeten vermehren, während andere sich schon beim Anwurzeln im Boden schwer tun. Im Garten meiner Schwester gibt es Gehölze, die man auch nach 10 Jahren noch mühelos mit bloßen Händen aus dem Boden ziehen kann. Im Folgenden erfährst du mehr über die Beschaffenheit deiner Gartenerde und ein besonders wichtiges Bodenlebewesen, das deinen Pflanzen hilft sich darin wohl zu fühlen.

Jede Pflanze benötigt bestimmte Nährelemente

Für eine normale Entwicklung benötigen Pflanzen bestimmte Nährstoffe, welche sie in Boden und Luft vorfinden. „Da jedes einzelne Nährelement im Leben der Pflanze ganz bestimmte Aufgaben übernimmt, kommt es beim Mangel an einem dieser Nährelemente zu typischen Mangelsymptomen. Andererseits kann es durch eine erhöhte Nährstoffzufuhr zu Überdüngungsschäden kommen.“ (1) Aus diesem Grund ist es wichtig den Boden vor der Düngung sowohl auf Beschaffenheit, als auch auf Nährstoffvorrat zu untersuchen. Die Art der Bodenbeschaffenheit kannst du selbst und ziemlich leicht herausfinden. Bei der Bestimmung fehlender bzw. vorhandener Nährstoffe helfen vielerorts sogar Gartencenter. Alternativ kannst du die Probe auch einschicken.

1. Bodenbeschaffenheit: DIY Quick & Dirty

Im Gartenjournal gibt’s einfache Tipps zur Bestimmung deiner Bodenbeschaffenheit. Zunächst entnimmst deinem Boden etwas Erde und befeuchtest sie.
Dann versuchst du eine esslöffelgroße Menge zu einer Rolle zu formen. Je nachdem wie stark sie sich formen lässt, handelt es sich um einen anderen Bodentypen.

Regenwurm in einer Probe Gartenerde
Ein gesunder Boden enthält bis zu 400 Regenwürmer pro Quadratmeter
  • Sand: Rolle lässt sich nicht formen, ist körnig und haftet nicht an der Hand
  • Schluff: Rolle lässt sich nur wenig formen und ist mehlig bis rau
  • Humus: Rolle lässt sich nicht formen, färbt die Hände grau-schwarz
  • Lehm: Rolle ist formbar und matt
  • Ton: Rolle ist gut formbar und bekommt beim Rollen keine Risse, glänzt sogar

2. pH-Wert-Bestimmung: Unterstützung von Experten

Hier entnimmst du insgesamt 500g Erde aus verschiedenen Gartenbereichen, füllst sie in einen Plastikbeutel und versendest diesen an ein Bodenuntersuchungsinstitut. Dieses schlüsselt dir neben der Bodenart auch den pH-Wert und den Gehalt verschiedener Nährstoffe auf.  Je nachdem welche Bodenart du in deinem Garten hast, solltest du folgende pH-Werte anstreben:

  • Leichter Boden –> mäßig saurer pH-Wert von 5,5 – 6,0
  • Schwerer Boden –> schwach saurer bis schwach alkalischer pH-Wert von 6,5 – 7,5

Übrigens: für ein Stauden- oder Gemüsebeet solltest du die Probe aus ca. 25cm Tiefe entnehmen, für Gehölze aus ca. 90cm. Der ideale Zeitpunkt einer Bodenprobe ist der Beginn der Vegetationsperiode, also das zeitige Frühjahr.

Ein gesunder Boden schläft nie, er ist voller Leben

Natürliche Humusbildung in einem Mischwald
Der Mischwald: natürliche Humusbildung aus Abfällen von Pflanzen und Tieren (2)

Als ich meine erste Bodenprobe im Garten durchgeführt habe, war ich allein. Ich meine wirklich ganz allein! Es lag weder ein Summen in der Luft, noch fand ich in der Gartenerde irgendwelche Bodenlebewesen.  Es gab weder Ameisen, noch Tausendfüßer, Ohrwürmer, Spinnen, geschweige denn Springschwänze (ich hätte nicht mal gewusst wie die aussehen). Ok, die ein oder andere Assel habe ich gesehen und bestimmt auch eine Nacktschnecke. Aber auch von Regenwürmern fehlte jede Spur.

Klare Indizien dafür, dass es meinem Gartenboden nicht gut ging. Denn ohne Bodenlebewesen findet keine Zersetzung und Mineralisierung organischer Substanz (z.B. Pflanzenreste) statt, was bedeutet, dass auch keine Nährstoffe für Pflanzen freigesetzt und zur Verfügung gestellt werden.
Regenwürmer beispielsweise übernehmen die wichtige Aufgabe der Krümelbildung des Bodens. Sie durchlüften ihn mit Hilfe ihrer zahllosen Gänge und fördern somit den Gasaustausch und die Wasserführung unter der Oberfläche. Ohne Regenwürmer haben Pflanzen es schwer auch in tieferen Bodenschichten ideale Wachstumsbedingungen vorzufinden, weil sie diese nur schwer durchwurzeln können.

Schädlinge sind immer auch Nützlinge 

Mittlerweile krabbelt und kriecht es in meiner Erde mehr. Nur auf einen wichtigen verborgenen Held warte ich nach wie vor vergebens: dem Maulwurf.  Wohingegen sich viele Gärtner über ihn bzw. seine kunstvollen Hügel ärgern, würde ich diese definitiv in Kauf nehmen.  So ein Maulwurf vertilgt nämlich täglich große Mengen pflanzenschädlicher Organismen. Auch Nacktschnecken. Außerdem sorgt er selbst im Winter, wenn viele andere Helfer schlafen, unermüdlich für eine Durchmischung tiefer Bodenschichten. (3) Ohne seine Unterstützung hätten viele andere Bodenlebewesen nicht genug Sauerstoff zur Atmung. Heute steht der Maulwurf unter Naturschutz und darf weder mit Fallen, Gift oder Abgasen getötet oder gefangen werden. 

Maulwurf in einem Erdhügel
Der Maulwurf in seiner natürlichen Umgebung (3)

Bodenlebewesen fördern leicht gemacht 

Bodenprobe hin oder her, eins kannst du sofort und immer tun: deinen Boden mulchen. Entsprechend dem Vorbild der Natur, kannst du gehäckselte Gartenabfälle, Kompost, Stroh oder Laub auf die Beete auftragen. Das Material versorgt den Boden kontinuierlich mit Nährstoffen, fördert somit Bodenlebewesen und reduziert noch dazu die Verdunstung von Wasser. Wenn man sie lässt, überzieht die Natur den Boden aber im Laufe der Zeit von selbst mit schützenden Pflanzen, unter denen sich das Leben der Tierwelt dann ungehindert abspielen darf.

Deine erdhummel.

(1) E. Körner (2021), Bodenkunde, Pflanzenernährung und Klimafaktoren, GAR04, ILS Fernstudiumzentrum Hamburg
(2) Marie-Luise Kreuter (2016), Der Biogarten, BLV Buchverlag, München
(3) https://www.istockphoto.com/de/foto/maulw%C3%BCrfe-gm1285327790-382199678

Tipps für entspanntes und erfolgreiches Gärtnern

Die Finnen gehören zu den naturverbundensten Völkern der Welt. Laut Zeit Online wird nur 8 Prozent der Fläche für Agrarwirtschaft genutzt, während satte 75 Prozent des Landes Wald bilden. Anstatt Wälder zugunsten der Wirtschaft oder des Wohnungsbaus zu roden, liegt der Fokus der Bevölkerung auf dem Schutz und Erhalt der Natur.

Mit welchen Augen wir die Natur sehen, hängt von unserer inneren Einstellung ab

Sich mit der Natur zu verbinden bedeutet aber nicht nur sie konsequent zu schützen. Wir müssen uns wieder Zeit nehmen sie zu beobachten anstatt immer an ihr „herumzudoktern“. Denn wenn wir sie so akzeptieren wie sie ist und uns auf sie einlassen, können wir viel von ihr lernen.   

In der Ruhe liegt auch die Kraft der Natur

Wenn ich ehrlich bin, verharre oder beobachte ich nicht gerne. Lieber verrichte ich mein Werk und überlasse es dann sich selbst, während ich mich dem nächsten Projekt widme. So machte ich es lange Zeit auch im Garten. Buddeln, pflanzen, kaufen, buddeln, repeat. Wenn man mich fragen würde wieviel Geld ich bereits in unseren Garten gesteckt habe, bliebe ich einer Antwort leider schuldig. Insbesondere in den ersten Jahren habe ich sämtliche Pflanzen einzig nach Aussehen gekauft, ohne zu wissen welche Bedürfnisse sie hatten und ob ich für sie eine geeignete Stelle bei uns finden würde. Im Herbst pflanzte ich nicht nur „eine ganz besondere Blume“, sondern einen großen bunten Haufen. Im kommenden Frühjahr konnte ich nie mit Sicherheit sagen, welche Pflanzen alt und welche neu, sprich eingegangen waren. Auf Dauer ist diese Art des Gärtnerns nicht nur total unökonomisch. Sie macht auch keinen Spaß und verbreitet viel Unruhe. Für mich waren das drei gute Gründe, schnellstmöglich aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Gelungen ist mir dies mit Hilfe folgender Grundgedanken.

1. Setze auf heimische Pflanzen & Wildpflanzen

Ginster gedeiht an sonnigen Standorten
Ginster liebt sonnige Plätze mit kargen Böden

Exoten die sich z.b. in Spanien wohlfühlen, gedeihen oftmals nur bedingt bei uns in Deutschland. Sie zu pflegen bedeutet Aufwand und zieht leider auch oft den Einsatz von Dünger oder Pestiziden nach sich. Anders als Wildpflanzen, sind viele Zierpflanzen auf Unfruchtbarkeit gezüchtet (z.B. Gefüllter Schneeball). Das hat zur Folge, dass sie für Insekten und ergo Vögel unbrauchbar sind.

2. Achte auf Standortansprüche

Wie sind die Lichtverhältnisse in deinem Garten? Welche Ecken sind vollsonnig (mind. 8h Sonne / Tag), sonnig (mind. 5h Sonne / Tag), halbschattig (mind. 2h Sonne / Tag) und welche Bereiche sind schattig (max. 2h Sonne / Tag). Zudem lohnt sich eine Bodenprobe, da die Böden von Region zu Region unterschiedliche Charakteristiken hinsichtlich Nährstoffgehalt und Wasserspeicherung aufweisen können. Ein Blick über den Gartenzaun hilft bereits eine Ahnung davon zu bekommen, welche Pflanzen in deiner Umgebung gut gedeihen und welche Tiere sich darin wohlfühlen.

3. Kaufe wenig, teile viel 

Ich weiß, das Angebot in Pflanzenmärkten ist sehr verführerisch! Wie wäre es, wenn du dir vor der nächsten Shoppingtour einen Pflanzplan mit einer dazugehörigen Liste erstellst? Achte beim Kauf auf die Qualität der Pflanzen: möglichst viele kurze/dicke Triebe, keine befleckten oder sich kräuselnden Blätter, keine Unmengen von braunen Wurzeln, Bio wann immer möglich. Noch besser als der Kauf im Pflanzenmarkt ist der Tausch von Pflanzen mit Bekannten. Im Herbst lassen sich Stauden wunderbar teilen. Im Folgejahr danken sie es dir oftmals mit einem angeregten Wuchs. 

4. Sei geduldig 

Malven und Gräser im perfekten Einklang
Eine einzigartige Kombination: der fließende Übergang von blühenden zu bereits verblühten Stauden

Die Natur ist immer im Wandel und so auch unser Garten. Was letztes Jahr üppig geblüht hat, darf sich auch mal eine Ruhepause gönnen ohne, dass wir gleich zu Schere oder Spaten greifen sollten. Im Gegenteil. Als ich aufhörte, den Boden ständig umzugraben, zu jäten und zu durchwühlen, entdeckte ich auf einmal Pflanzen an Stellen, die ich ganz woanders in den Boden gebracht hatte. Sie hatten Ausläufer gebildet oder sich mit Hilfe von Wind oder Insekten vermehrt. Über die Jahre entstanden Beete, die ich so nie geplant hatte und die genau deshalb einzigartig waren. Wenn wir sie lassen, malt die Natur überall in den schönsten Farben.

Ein Garten ist eben doch kein Projekt. Er ist „vergänglich, in seiner Unvollkommenheit wunderschön und niemals fertig“. Gerade jetzt, wo alles so herrlich blüht, summt und brummt, ist es wichtig ihn auch zu genießen und sich von der vermeintlichen Idealvorstellung zu trennen.(2) Wir sollten uns viel öfter Zeit für eine Hängematten-Pause nehmen und den Garten einfach mal Garten sein lassen!

Deine erdhummel.

(1) Lepple, A. (2020) , Mein Wabi Sabi Garten – respektvoll gestalten, achtsam genießen, Eugen Ulmer KG, Stuttgart