Ein Kompost im Garten oder auf dem Balkon, hilft uns Abfälle in den Kreislauf der Natur zurückzuführen und somit sinnvoll zu nutzen. Er ist damit nicht nur ein gutes Beispiel, sondern auch ein fester Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Dieses Mal erfährst du alles über guten Kompost, woran du ihn erkennst und wie du ihn selbst ganz einfach herstellen kannst.

Eine handvoll Erde ist voll von Regenwürmern und Billionen anderen Lebewesen
In einer Fläche von 1×1 Meter (und 30 cm Tiefe) leben 1,6 Billionen Lebewesen

In unserem Garten stehen zwei Schnellkomposter, die wir seit Jahren in eher unregelmäßigen Abständen planlos füttern. Bisher haben wir sie nur ein einziges Mal geleert und gesiebt, um festzustellen dass die darin befindliche „Masse“ zu Nichts taugt. Was wir da in den behandschuhten Händen hielten war echt eklig.

Die Details erspare ich dir und erzähle lieber, wie du es besser machen kannst. Kompost herzustellen ist eigentlich gar nicht schwer, wenn man (wie immer) das WIE kennt. Im Folgenden erfährst du, was einen „guten Kompost“ ausmacht und welche Vorteile er hat.

Die Merkmale

  • Guter Kompost ist feinkrümelig
  • Er riecht nach Waldboden

Die Vorteile

  • Reduktion von Hausabfällen
  • Du trägst aktiv zur Kreislaufwirtschaft bei (pflanzliche Nährstoffe werden in den Garten zurückgeführt)
  • Produktion deiner eigenen, wertvollen Erde
  • MIt dem Kompost düngst, verbesserst und lockerst du deinen Boden
  • Dank dir wird weniger konventioneller Dünger energieaufwendig produziert und eine Überdüngung durch z.B. Stickstoff (z.B. Blaukorn) reduziert

Jetzt zum WIE! Hier in Kürze, was ich aus Podcasts (1) und Büchern (2) mitgenommen habe:

Vielfalt tut gut

Weiches, frisches Material (Grasschnitt, Küchenabfälle) mit holzigem Material (Geäst, vertrocknete Blumen) mischen.

  • Wenig Obst, mehr (ungekochtes) Gemüse
  • Daumendicke Grasschicht als Zwischenschicht
  • Eierkartons & Papiertüten (naturbelassen, zerkleinert)
  • Gehäckselte Zweige

Schattige Plätzchen bevorzugt

Am besten einen Platz im Halbschatten / Schatten wählen, um den Kompost vor dem Austrocknen zu schützen.

  • Auf Bodenplatten verzichten, damit Kleinstlebewesen über den Erdanschluss Zutritt haben
  • Trocknet er im Sommer doch mal aus, Kompost wässern (rettet Regenwürmer)

So geht’s

  • Du brauchst mindestens 2 Kompostbehälter, mit einer Mindestgröße von 1 Kubikmeter
  • Auf den Boden gröbere Äste geben, um den Kompost mit Luft zu versorgen
  • Im ersten Behälter beginnst du das Material zu sammeln
  • Nach ca. 3 Monaten die halb verrotteten Abfälle umschichten oder in den zweiten Behälter umsetzen
  • Der umgesetzte Kompost benötigt mind. weitere sieben Monate, bis er zu „reifem“ Humus wird
  • Erde durchsieben und im Frühjahr auf die Blumenbeete aufbringen oder fürs Hochbeet nutzen
Ein Kürbis auf dem Komposthaufen
Kürbis fühlt sich auf Kompost wohl

Tipp: ein offener Kompost aus Holz, fügt sich optisch toll in einen Naturgarten ein. Im Gegensatz zur Plastikvariante, musst du hier den Wasserhaushalt nicht kontrollieren und kannst darauf Kartoffeln oder Kürbis anpflanzen. Um keine Ratten oder andere Nager anzulocken, Essensreste selber essen oder im Notfall im Hausmüll entsorgen.

Mach mit, mach’s nach, mach’s besser als ich!

Viel Erfolg wünscht,

Deine erdhummel.

(1) Gartenradio – der Garten-Podcast

(2) M. Kreuter, Der Biogarten (2016), BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München